Was in ein Angebot für eine Solaranlage gehört
Ein Angebot verkauft keine Module, sondern eine Lösung. Was hineingehört, damit der Kunde versteht, wofür er zahlt, und Varianten vergleichen kann — und was nicht hineingehört.
Ein Kunde erhält mehrere Angebote von verschiedenen Installateuren und vergleicht sie abends am Küchentisch. Es gewinnt nicht immer das günstigste Angebot. Oft gewinnt das, bei dem klar ist, wie man es liest. Im Folgenden, was in ein Angebot für eine Solaranlage gehört und warum.
1. Wer anbietet
Firmenname, Logo, Kontaktdaten, Nummer und Datum des Angebots. Nummerieren Sie Angebote fortlaufend innerhalb des Jahres — so können Sie und der Kunde leichter auf eine bestimmte Version verweisen. In Solispec werden Firmenprofil und Logo einmal festgelegt, und die Nummer wird automatisch vergeben.
2. Für wen und wo
Name des Kunden, Adresse oder Koordinaten des Objekts, Anlagentyp: auf dem Dach, auf der Freifläche, auf dem Flachdach. Der Ertrag hängt vom Ort ab, und der Kunde soll sehen, dass Sie genau sein Grundstück berechnet haben.
3. Ausstattung — mit Modellen, nicht „10 kW Module“
- Module: Modell, Leistung, Anzahl;
- Wechselrichter: Modell, Typ (netzgekoppelt oder hybrid), Leistung;
- Speicher, falls vorhanden: Modell, Kapazität, Anzahl;
- Elektrik: DC- und AC-Schutz, Kabel.
Konkrete Modelle erlauben dem Kunden, Angebote miteinander zu vergleichen. „10 kW Module“ lassen sich nicht vergleichen.
4. Die Konstruktion — geprüft
Die Befestigung versteckt sich oft in einer Zeile „Montagesystem“. Dabei hängt gerade von ihr ab, ob die Anlage den ersten Winter übersteht. Gut ist, wenn das Angebot auf einer Berechnung der Konstruktion nach den Normen beruht — Lasten nach ДБН В.1.2-2, Nachweis der Profile und der Knoten.
In Solispec wird für ein Projekt, das die Prüfung nicht bestanden hat, kein Angebot erstellt. Sie schicken einem Kunden kein Angebot für eine Konstruktion, die sich nicht bauen lässt.
5. Eine Kalkulation, die man lesen kann
Teilen Sie den Preis in verständliche Teile auf:
- Ausstattung;
- Konstruktion und Befestigung;
- Elektroinstallationsmaterial;
- Arbeit;
- Lieferung.
Geben Sie gesondert an, ob die MwSt. enthalten ist. Die Marge müssen Sie nicht zeigen, aber die Summe muss sich aus den Zeilen ergeben.
6. Ertrag — mit Quelle
„Die Anlage erzeugt N kWh pro Jahr“ ohne Quelle überzeugt nicht. Geben Sie an, woher die Zahl stammt. Solispec zeigt im Angebot zwei Schätzungen: nach der Formel und nach Daten aus PVGIS 5.3 (Gemeinsame Forschungsstelle der EU) für Ausrichtung und Neigung Ihrer Module an genau diesem Ort. Weichen die Zahlen deutlich voneinander ab, ist das ein Anlass, die Eingangsdaten zu prüfen.
7. Amortisation — mit Annahmen
Die Amortisation hängt vom Tarif, vom Anteil des Eigenverbrauchs und vom Preis für eingespeisten Überschuss ab. Schreiben Sie diese Annahmen direkt ins Angebot. Ändert der Kunde in Gedanken den Tarif, soll er verstehen, was sich am Ergebnis ändert. Das Verbrauchsprofil (Familie, Wärmepumpe, Elektroauto, Gewerbe) ist ebenfalls eine Annahme, und das sollte man sagen.
8. Varianten nebeneinander
Die Frage „Und mit Speicher, wie viel?“ kommt ohnehin. Besser beantworten Sie sie im Angebot selbst. Drei Varianten nebeneinander — netzgekoppelt, Hybrid + Speicher, Hybrid + Speicher + Generator — zeigen dem Kunden den Preis der Autonomie. Er wählt selbst, statt Sie um eine Neuberechnung zu bitten.
Erfinden Sie keinen Preis für etwas, das Sie nicht liefern. Kauft der Kunde den Generator selbst, schreiben Sie das so hinein.
9. Wie man annimmt
Ein PDF geht im Messenger verloren. Ein Link auf eine Online-Angebotsseite funktioniert besser: Der Kunde öffnet sie auf dem Telefon, sieht die Varianten, wählt eine aus und nimmt an. Sie sehen, dass das Angebot angesehen wurde und welche Variante gewählt wurde.
Was nicht in ein Angebot gehört
- Versprechen, die nicht in der Berechnung stehen („amortisiert sich in zwei Jahren“ ohne Zahlen);
- Angaben „mit Reserve“, die das Datenblatt nicht bestätigt;
- Kleingedrucktes, das den Inhalt des Angebots verändert.
Kurz gesagt
Ein gutes Angebot beantwortet fünf Fragen des Kunden: Was bekomme ich, was kostet es, wie viel wird die Anlage erzeugen, wann amortisiert sie sich und was passiert, wenn ich eine andere Variante wähle. Alles andere ist Gestaltung.